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Kategorie: Eure Tipps (Seite 2 von 2)

Was ist Glück?

Wenn wir als Hedonisten das Glück für so wichtig halten, sollten wir es wenigstens definieren können. Das ist zugegebenermaßen schwierig.

Aber nur weil es schwierig ist, bedeutet das nicht, das es hierfür keine Antwort gibt.

Zunächst einmal glaube ich, dass das, was Glück ist, immer höchstpersönlich ist. Ich denke auch, dass niemand die Hoheit haben sollte, zu definieren, was das Glück der anderen ist.

Damit ist die erste Regel: „Glück ist das, was das Individuum als sein Glück bezeichnet.“

Natürlich gibt es Situationen, in denen wir wissen wollen, was andere glücklich macht. Sei es in der Partnerschaft, in einer Politik, die auf andere abzielt oder auch, wenn wir über Produkte nachdenken, von denen wir glauben, das sie andere glücklich machen.

Als Hedonisten glauben wir nicht an eine höhere Macht. Es wird also nie eine Gottheit geben, die uns durch Fingerzeige erklärt, was Glück ist. Auch bei Gurus wäre ich immer vorsichtig. Sicher gibt es tolle Menschen, die mehr über das Glück wissen, als andere, aber es sind nur Menschen.

Ich glaube, wir sollten uns an dem orientieren, was die Wissenschaft uns an Antworten bietet und dabei durchaus kritisch sein, denn Wissenschaft entwickelt sich weiter und die Psychologie ist ein sehr neuer und komplexer Zweig. Dogmen sollten wir nie akzeptieren. Maximal sind es Hinweise, die jeder für sich selber überprüfen kann.

Die Definition von Glück bei Wikipedia lautet:

Allegorie des Glücks (Gemälde von Agnolo Bronzino, 1546)

„Als Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens ist Glück ein sehr vielschichtiger Begriff, der Empfindungen vom momentanen bis zu anhaltendem, vom friedvollen bis zu ekstatischem Glücksgefühl einschließt, der uns aber auch in Bezug auf ein äußeres Geschehen begegnen kann, zum Beispiel in der Bedeutung eines glücklichen Zufalls oder einer das Lebensglück begünstigenden Schicksals­wendung. In den erstgenannten Bedeutungen bezeichnet der Begriff Glück einen innerlich empfundenen Zustand, in den letzteren hingegen ein äußeres günstiges Ereignis. Glück darf nicht mit Glückseligkeit verwechselt werden, die meist in Zusammenhang mit einem Zustand der (religiösen) Erlösung erklärt und verstanden wird.

Das Streben nach Glück hat als originäres individuelles Freiheitsrecht Eingang gefunden in die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, das Gründungsdokument der ersten neuzeitlichen Demokratie. Dort wird es nach Thomas Jefferson als Pursuit of Happiness bezeichnet.[1] Die Förderung individuellen menschlichen Glücksstrebens ist heute Gegenstand spezifischer Forschung und Beratung unter neurobiologischen, medizinischen, soziologischen, philosophischen und psychotherapeutischen Gesichtspunkten.

Das Wort „Glück“ kommt von mittelniederdeutsch gelucke/lucke (ab 12. Jahrhundert) bzw. mittelhochdeutsch gelücke/lücke. Es bedeutete „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“. Glück war demnach der günstige Ausgang eines Ereignisses. Voraussetzung für den „Beglückten“ waren weder ein bestimmtes Talent noch auch nur eigenes Zutun. Dagegen behauptet der Volksmund eine mindestens teilweise Verantwortung des Einzelnen für die Erlangung von Lebensglück in dem Ausspruch: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Demnach hängt die Fähigkeit, in einer gegebenen Situation glücklich zu sein, außer von äußeren Umständen auch von eigenen Einstellungen und Bemühungen ab.“

Glückspolitik

 

Als ich mich das erste Mal intensiver mit Hedonismus beschäftigte, dachte ich noch, „na gut, endlich eine Erklärung für meine persönliche Weltsicht, aber was jetzt? Hat es irgendeine Konsequenz, wenn man Hedonist ist?“

Mit der Zeit ist mir immer mehr aufgefallen.

  1. Hedonisten sind weltoffen. Wir diskriminieren niemanden. Wir sind keine Nationalisten
  2. Hedonisten sind im positiven Sinne unreligiös. Wir müssen keinen ermorden, nur weil er nicht an unseren Gott glaubt (wir haben ja gar keinen).
  3. Hedonisten haben ein Ziel für unsere Gesellschaft: das Glück aller ist für uns das Wichtigste.

Dieser letzte Punkt ist aus meiner Sicht so wichtig, dass er in die Verfassung gehört.

So weit ich weiß, ist Bhutan das einzige Land auf der Welt, wo Glück einen Verfassungsrang hat. (Wikipedia )

Wenn wir uns als Hedonisten das auf der Zunge zergehen lassen, ist es eigentlich absurd. Wenn die anderen Staaten nicht das Glück der Menschen als Ziel haben, was für ein Ziel verfolgen sie dann?

Vielleicht ist es aber auch unwichtig, ob Glück in unserer Verfassung steht oder nicht, oder? Nein, denn dann wäre alles was in der Verfassung steht unwichtig. Wir sollten unsere Verfassung in jeder Hinsicht ernst nehmen. Auch wenn es manchmal abgehoben und esoterisch erscheint: unsere Verfassung bestimmt unser Leben. In der deutschen Verfassung ist „Glück“ maximal indirekt beschrieben: über Freiheit, Menschenwürde, etc..

Warum sind die Politiker so zurückhaltend? Ist es so verwerflich, wenn ein Staat seine Bürger glücklich sehen will? Anscheinend ja. Glück auf Erden, statt im Himmel? Vielleicht sind wir christlicher geprägt, als wir wahrhaben wollen.

Wäre das Glück der Menschen ein Staatsziel, dann wäre es einklagbar. Die Politik müsste sich danach ausrichten, was uns glücklich macht. Dies könnte dramatische Veränderungen nach sich vollziehen. Vergegenwärtigen wir uns nur, dass wir in einem sehr reichen Land leben und sehr viele Menschen trotzdem unglücklich sind.

Was wäre, wenn die Politik sich nicht mehr auf das Wirtschaftswachstum, sondern auf das Glückswachstum konzentrieren müsste? Kennt ihr ein Unternehmen, dass sein Geld damit  verdient, Menschen glücklich zu machen, also nicht nur das zu versprechen, sondern es tatsächlich zu tun: „Sie waren unglücklich in ihrem Urlaub? Geld zurück! Der Kredit unserer Bank hat ihr Leben zerstört? Sorry, wir machen alles wieder gut! Unser Alkohol hat sie ihre Familie gekostet? Wir kümmern uns!“

Die Wahrheit ist, es gibt keine Produkte, die uns glücklich machen. Unsere Politik ist auf das Wohl unserer Wirtschaft gerichtet, weil man Wirtschaft besser messen kann, als Glück.

Aber hat schon Mal eine deutsche Regierung ernsthaft versucht, herauszufinden, was die Deutschen glücklich macht?

 

Fitnesscenter des Glücks

Seit längerem habe ich die Idee, ein Fitnesscenter des Glücks zu gründen.

Ich frage mich, warum wir, wenn es um den Körper geht, so selbstverständlich trainieren (zumindest versuchen wir es), beim Glück warten wir ab, bis wir krank sind. Beim Glück gibt es eigentlich nur den Psychologen, der uns von einer Depression heilt.

Wäre es beim Sport genauso, wären in den Fitnesscentern und Sportvereinen nur chronisch Kranke.

In meinem Fitnesscenter des Glücks würde der Kunde üben, wie man sich das Glück im Alltag besorgen kann. Ich glaube, es gibt viele große und kleine Tricks, mit denen man sich glücklicher machen kann. Es muss nicht immer das ganz große Glück sein. Beim Sport sind wir ja auch froh, wenn wir mal ein paar Kilo verlieren. Sport machen die meisten von uns ja nicht, um Olympia zu gewinnen.

Ich gebe zu, viele Dinge kennen wir auch schon, aber andererseits ist das ja auch beim Sport nicht anders. Trotzdem brauchen wir einen Trainer und eine Umgebung, in der wir lernen, unseren Körper zu trainieren.

Was könnte das im Detail sein, was uns glücklicher macht? Sicher sehr vieles.

Wenn wir uns chronologisch durch den Tag arbeiten:

  1.  Schlafen
  2. Frühstücken
  3. Zur Arbeit / Schule fahren
  4. Arbeiten
  5. Mittagspause
  6. Arbeiten
  7. Nachmittag
  8. Nach Hause fahren
  9. Abendessen schlafen

So (langweilig) sieht es wohl bei den meisten von uns aus.

Aber, wie könnte man in diesen Ablauf überall ein bisschen Glück einarbeiten?

Ich werde über die Zeit versuchen, diesen Alltag als Kapitel zu sehen, die ich nach und nach mit Tipps & Tricks aus Ratgebern und der Wissenschaft ansammle.

 

 

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